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Praxis

Netzentgelte 2026: Regionale Unterschiede nutzen und Kosten senken

· 7 Min. Lesezeit · DGE-24 Redaktion

Die Netzentgelte machen einen erheblichen Anteil Ihrer Stromrechnung aus – und variieren regional um bis zu 8 ct/kWh. Wer die Mechanismen kennt, kann gezielt sparen.

Warum Netzentgelte so unterschiedlich sind

Netzentgelte sind die Gebühren für den Transport des Stroms durch die Leitungsnetze – vom Kraftwerk bis zu Ihrem Betrieb. Sie machen je nach Region und Verbrauchsprofil zwischen 20% und 30% der gesamten Stromrechnung aus. Deutschland hat über 800 Netzbetreiber, und jeder kalkuliert seine Entgelte nach individuellen Kosten. Das Ergebnis: Ein Betrieb in Schleswig-Holstein zahlt unter Umständen deutlich andere Netzentgelte als ein vergleichbarer Betrieb in Bayern. Für Unternehmen mit mehreren Standorten ist das ein relevanter Kostenfaktor, der sich optimieren lässt.

Regionale Spreizung

Die Netzentgelte unterscheiden sich je nach Netzbetreiber erheblich. In ländlichen Gebieten mit viel Erneuerbaren-Einspeisung sind die Entgelte oft höher als in industriellen Ballungsräumen.

Leistungspreis-Komponente

Für Gewerbekunden wird ein Leistungspreis (Euro pro kW) anhand der Jahreshöchstlast berechnet. Wer seine Lastspitzen reduziert, senkt diesen Anteil gezielt.

Sinkende Übertragungsnetzentgelte

Dank des staatlichen Zuschusses von 6,5 Milliarden Euro sinken 2026 die Übertragungsnetzentgelte spürbar – die Verteilnetzentgelte bleiben aber stabil oder steigen.

Individuelle und atypische Netzentgelte

Für Großverbraucher gibt es zwei besondere Regelungen, die erhebliche Einsparungen ermöglichen: Individuelle Netzentgelte nach § 19 Abs. 2 StromNEV sind für Unternehmen mit einem besonders gleichmäßigen Verbrauchsprofil (über 7.000 Benutzungsstunden pro Jahr) vorgesehen. Diese Betriebe stabilisieren das Netz und erhalten dafür reduzierte Entgelte. Atypische Netznutzung nach § 19 Abs. 2 Satz 1 StromNEV gilt für Betriebe, deren Lastspitzen außerhalb der Hochlastzeiten des Netzes liegen – etwa bei Nachtschichten oder Wochenendbetrieb. Auch hier können die Netzentgelte deutlich gesenkt werden.

Lastmanagement als Hebel

  1. Lastspitzen identifizieren: Analysieren Sie Ihren Lastgang und finden Sie die teuren Spitzen – oft verursacht durch gleichzeitiges Einschalten mehrerer Maschinen
  2. Lastverschiebung: Verteilen Sie energieintensive Prozesse über den Tag, um Lastspitzen zu glätten
  3. Automatisierung: Moderne Energiemanagementsysteme können Lastspitzen automatisch kappen und Verbräuche intelligent steuern
  4. Speicher nutzen: Batteriespeicher können kurzfristige Lastspitzen abfangen und so den Leistungspreis senken

Schon eine Reduktion der Jahreshöchstlast um 10-15% kann die Netzentgelte spürbar senken. In Kombination mit einem optimierten Verbrauchsprofil für atypische Netznutzung potenzieren sich die Einsparungen.

Netzentgelte prüfen lassen

Ob individuelle Netzentgelte, atypische Netznutzung oder Lastmanagement – die Optimierung der Netzentgelte erfordert eine genaue Analyse Ihres Lastprofils und Ihres Netzgebiets. In unserer kostenlosen Energieanalyse prüfen wir alle Komponenten Ihrer Stromrechnung – inklusive der Netzentgelte – und zeigen Ihnen konkret, wo Einsparpotenzial liegt.

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